Badminton allgemein:

 

Badminton – was ist das?

Badminton ist ein Rückschlagspiel mit Schläger und Federball, das von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen jeden Alters sowohl in der Halle als auch im Freien gespielt werden kann. Badminton ist eine durch und durch positive Sportart, anspruchsvoll und dennoch leicht zu erlernen.

 

Was hat man davon?

Badminton fördert nicht nur die Beweglichkeit, sondern wirkt sich auch positiv auf die Leistungsfähigkeit von Herz, Kreislauf und Atmungsorganen aus.

 

Wer kann es tun?

Badminton ist eine Sportart für alle; vor allem die Doppeldisziplinen bieten die Möglichkeit, mit Fremden, Freunden und mit der ganzen Familie aktiv zu werden. Badminton ist der einzige Mannschaftssport, bei dem Mädchen und Jungen, Männer und Frauen in einer Mannschaft spielen.

Badminton ist kommunikationsfreundlich, weil man zu zweit oder zu viert spielen kann. Die Sportart ist dynamisch, fair und generationsübergreifend, weil sie in jedem Alter angemessen ausgeübt werden kann. Sie macht Spaß und fördert den Teamgeist.

 

Was braucht man?

Man benötigt normale Sportkleidung, gutes Schuhwerk, Bälle aus Kunststoff oder Naturfedern und einer Badmintonschläger, den man im Handel bereits für ca. € 25,00 erwerben kann.

 

Das Badmintonspiel und seine Regeln

 Ziel des Spiels ist, den Ball so in das gegnerische Feld zu spielen, dass er von den Gegnern nicht zurückgespielt werden kann.

Gespielt wird mit einem 90-110g schweren Schläger, der heute meist aus Carbon, Graphit, Aluminium oder Titanium hergestellt ist. Die Bälle bestehen aus einem mit Leder überzogenem Korkfuß, in den 16 Gänsefedern trichterförmig eingesetzt sind. Das Gewicht liegt zwischen 4,73 und 5,50g. Neben diesen Naturfederbällen gibt es auch preiswerte Kunststoffbälle.

Die wichtigsten Schlagarten sind der kurze oder hohe Aufschlag, der Clear (hoher, weiter Ball), der Drop (kurz, direkt hinter das Netz) und der Smash (Schmetterball, Geschwindigkeit bis über 300km/h).

Folgende Disziplinen werden gespielt: Herreneinzel (HE), Dameneinzel (DE), Herrendoppel (HD), Damendoppel (DD) und gemischtes Doppel (Mixed MD)

 

traditionelle Zählweise (veraltet) 

Vor Spielbeginn wählt der Gewinner des Loses das Aufschlagrecht oder die Spielfeldseite. Nur der Aufschlagende kann ein Punktgewinn erzielen. Macht er einen Fehler, wechselt der Aufschlag, der Punkstand ändert sich nicht. Der Aufschlag wird immer in das diagonal gegenüberliegende Aufschlagfeld geschlagen, bei geradem Punkstand vom eigenen rechten Aufschlagfeld aus, bei ungeradem Punkstand vom linken Aufschlagfeld.

Beim Doppelspiel hat jeder Spieler das Aufschlagrecht. Bei einem Punktgewinn wird ähnlich dem Einzel das Aufschlagfeld gewechselt. Bei einem Fehler der aufschlagenden Partei macht der Spielpartner den sogenannten 2. Aufschlag. Bei einem weitern Fehler wechselt das Aufschlagrecht zur gegnerischen Partei. Der erste Aufschlag wird dabei stets von der rechten Seite ausgeführt.

Gewinner: Jedes Spiel geht über 2 Gewinnsätze. Jeder Satz geht über 15 Punkte (HE, HD, DD, MD) bzw. 11 Punkte (DE). Wer bei Gleichstand 14 zuerst diese Punktzahl erreicht hat, kann den Satz bis 17 verlängern (DE: Gleichstand 10-13).  

 

Rallye-Point-Zählweise (neu)

1. Punkte: für jeden Ballwechsel wird bei der Rallyepoint-Zählweise („Rallye“) ein Punkt vergeben. Mit anderen Worten jeder Fehler zählt.
 
2. Aufschlagrecht: Der Aufschläger erhält einen Punkt beim Gewinn des Ballwechsels, gewinnt der Rückschläger den Ballwechsel erhält er einen Punkt und das Aufschlagrecht. Die Seite die den vorangegangenen Ballwechsel gewonnen hat erhält das Aufschlagrecht.
 
3. Stellung ist der Punktestand gerade wird aus der rechten Aufschlagfeld gespielt.
bei ungeradem Spielstand wird aus der linken Spielhälfte aufgeschlagen. Das erste Aufschlagrecht wird ausgelost.

4. Satzende normal: Gespielt werden zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte pro Satz, am Satzende muss ein Vorsprung von mindestens zwei Punkten erreicht sein. Diese Regel gilt für alle Disziplinen, auch für das Dameneinzel.

5. Satzende verlängert: Beim Spielstand von 21:20 ist der 2 Punktevorsprung nicht gegeben, jetzt wird solange weiter gespielt, bis eine Partei einen Vorsprung von 2 Punkten hat – maximal allerdings bis 30 Punkte. Bei 29:29 führt der nächste Punkt zum Satzgewinn. Knappstes Satzergebnis ist also 30:29.

6. Seitenwechsel dritter Satz: Wir ein dritter Satz gespielt, so werden beim erstmaligen Erreichen des Punktestandes 11 die Spielfeldseiten zu wechseln.

7. Pausenregelung: Wird in einem Satz der Punktestand von 11 erreicht, so gibt es eine Pause von einer Minute. Zwischen zwei Sätzen (erstem zu zweiten, bzw. zweitem zu dritten) gibt es eine Pause von jeweils zwei Minuten. In diesen Pausen darf das Spielfeld und die Umgebung des Spielfeldes verlassen werden. Die 5-Minuten-Pause vor dem dritten Satz entfällt.

8. Coachen: Während der Ballwechsel ist Coachen nicht erlaubt.
Zwischen den Ballwechseln (Hereinrufen von Ratschlägen) ist erlaubt.
Ebenso ist das Coachen in den Pausen zwischen den einzelnen Sätzen erlaubt. 
 
Regeln für die Aufschlagsituation in den Doppeldisziplinen
 
9. Punktgewinn Aufschläger: Wird der Ballwechsel von der aufschlagenden Partei gewonnen, so schlägt der Aufschläger weiter auf. Er wechselt dann in das andere Aufschlagfeld und schlägt auf den Partner des ersten Rückschlägers auf.
Bei mehreren Punktgewinnen wechselt er also immer zwischen dem linken und rechten Aufschlagfeld wie bei der traditionellen Zählweise

10. Punktgewinn Rückschläger: Wird der Ballwechsel von der rückschlagende Partei gewonnen, so wird Ihr Punkt und Aufschlagrecht zu gesprochen. Die Positionen werden weder auf der Verliererseite noch auf der Gewinnerseite gewechselt.
Die aus der traditionellen Zählweise vertrauten Positionierung, wer bei null beide rechts stand, steht bei eigenem geradem Punktestand rechts, gibt es nicht mehr. Es gibt auch keinen „zweiten Aufschlag“ mehr.

11. Aufschläger: Wer nach einem Aufschlagwechsel von den beiden Partnern aufschlagen muss, richtet sich nach dem eigenen Punktestand. Bei einem geraden Punktestand, muss der Spieler aufschlagen, der aufgrund des Spielverlaufs im rechten Aufschlagfeld steht. Hat die aufschlagende Partei eine ungerade Punktezahl, so muss jener Spieler aufschlagen, der aufgrund des Spielverlaufs im linken Aufschlagfeld steht.
Die Spieler müssen sich zum Einnehmen ihrer Positionen also jeweils merken, wo sie zuletzt standen und nicht mehr – wie bisher -, wo sie bei null beide gestanden haben.

 

Badminton – Chronik

Es ist nicht möglich, das Federballspiel über die Jahrhunderte genau zu verfolgen. Es kann lediglich ein Mosaik aus einzelnen zusammengetragenen Hinweisen erstellt werden. Vermutlich kannten auch Völker, die in historischen Quellen nicht genannt werden, das Federballspiel.

Irgendwann entstand der Wunsch nach einer Spielart, bei welcher der Ball möglichst lange in der Luft bleibt. Dieser Spielart entsprach der Federball, der sich nach ihm eigenen ballistischen Gesetzten bewegt. Er bringt der Luft einen stärkeren Widerstand entgegen und bewirkt somit eine Änderung des Kurvenbildes. Die Federn bremsen den Flug und geben dem im allgemeinen leichten Ball die Führung. Die parabelförmige Flugkurve wird beim Federball ganz plötzlich unterbrochen, der Ball fällt beinahe senkrecht zu Boden. Hierin liegt ein Überraschungsmoment, welches dem Spiel seinen besonderen Reiz gibt. Hinzu kommt die Eigenschaft, dass man den Ball sowohl mit großer Wucht als auch ganz sacht schlagen kann.

So besaß man einen Ball, der überhaupt nicht rollt, sondern nur fliegt. Diese Eigenschaften des Federballs sind entscheidend für die Gestaltung von Spielgeräten, Spielfeld und Spielregeln.

 

Asien

Das Federballspiel (Di - Dschiän - Dsi) war in der Kaiserzeit in China sehr beliebt und wurde als Einzel- und Mannschaftswettbewerb betrieben. Im Jahre 618 n. Chr. (Sui - Dynastie) wurde es vom Fußball verdrängt.

Der Federball bestand aus zwei Hühnerfedern, die dem Kiel nach längs durchschnitten wurden, so dass man vier Teile erhielt. Diese Federn wurden durch das viereckige Loch einer Münze gesteckt und fest verflochten. Es musste jedoch nicht unbedingt eine Münze sein. Ein kleines Gewicht mit zwei, drei oder auch vier Hühnerfedern genügte bereits zum Federballspielen.

Unter mehreren Federballspielen in Japan ist das „Cibane“ seit dem 14. Jahrhundert als alte und heute noch lebendige Spielkunst bekannt.

Das auch heute noch gespielte koreanische Federballspiel „Tjye – Kitcha - Ki“ (Den Federball stoßen) wird mit einem abgeflachten Ball aus Baumwolle gespielt.

 

 

Amerika  

Unter den vielen in Amerika bekannten Ballspielen nahm das Federballspiel eine großen Raum ein. Im Kulturbereich der Azteken und Tolteken spricht die Sage davon, dass sogar die Götter Federball spielten.

In Mittelamerika war das Spiel mit dem Felderball ein besonderes Vorrecht für Könige und des hohen Adels. Es wurde im Ballhaus gespielt, wo sich jeweils zwei Gegner herausforderten. Die Spieler trugen einen Lederpanzer, Lederhandschuhe, eine Lederkrone und eine kunstvolle Gesichtsmaske aus Lavagestein. Gespielt wurde mit einem Schläger aus geflochtenem Leder, dessen Enden hufeisenartig geformt waren.

In der Mythologie der südamerikanischen Indianer wurde Sonne und Mond durch eine Art Federball symbolisiert. Die Leute aus dem einfacheren Volk wählten für ihr Spiel einen befiederten Ball aus den Umhüllungsblättern des Maiskolbens.

 

Europa  

Im 14. Jahrhundert ist in Frankreich das federballähnliche Spiel Choule weit verbreitet.

1870 bringen Britische Offiziere aus Indien die Originalgeräte für ein Spiel namens Poona mit nach England.

Der Duke of Beaufort stellt das neue Spiel 1873 auf seinem Landsitz Badminton-House vor; das Spiel von Badminton war geboren.

Schließlich wurde im Jahre 1878 der erste Badminton-Club in New York gegründet.

1893 folgte die Gründung des ersten Badminton-Verbandes in England und die Einführung des Spiels als Turniersport.

Die Austragung der ersten ALL ENGLAND CHAMPIONSHIPS, die lange als inoffizielle Weltmeisterschaften galten, fand im Jahr 1899 statt.

1934 wird die Gründung der IBF (International Badminton Federation) mit Sitz in London unter Anwesenheit von 26 Nationen verwirklicht.

 

Deutschland

Das Spiel Federball erfährt seine älteste Erwähnung 1787 in einem Bericht der Zeitung Bouillon über preußische Adelskreise.

Erst 1902 erfolgt die Gründung des Bad Homburger Badminton-Clubs, der später wieder aufgelöst wird.

Durch die Weltkriege geriet das Federballspiel in Deutschland in Vergessenheit; erst die Besatzungsmächte machten das Spiel wieder populär.

Als erster Club wurde 1949 der Kieler Badminton-Club von 1949 e.V. aus der Taufe geboren.

Im Jahre 1953 kam es in Wiesbaden zu den ersten Deutschen Meisterschaften und zur Gründung des Deutschen Badminton-Verbandes e.V. (DBV) mit 30 Vereinen.

1954 wurde der DBV in die IBF aufgenommen.

 

Badminton international

 Seit 1968 werden alle zwei Jahre Europameisterschaften, seit 1976 auch Weltmeisterschaften ausgetragen. Nach Demonstrationsveranstaltungen 1972 in München und 1988 in Seoul ist Badminton seit 1992 in Barcelona olympische Disziplin.

In Europa ist Dänemark die Hochburg unserer Sportart, sie ist dort populärer als hierzulande Fußball. Daneben gehören England, Holland und Schweden zu den führenden Nationen.

 

Das Spielfeld